Das doppelte Jagdglück des Ludger Kappenberg
Es klingt traumhaft. Eine eigene Jagd, zugleich die Investition in eine landwirtschaftlich und forstlich genutzte Immobilie – ist das ein valides Konzept zur Sicherung des Vermögens?
Zunächst einmal ist das Weidwerk eine der traditionsreichsten Tätigkeiten der Menschheit, und für viele Jäger ist es natürlich auch heutzutage das höchste Glück auf Erden. Außerdem ist es möglich, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Auf Schwarz und Rotwild, auf Fuchs und Hase anzusitzen, wo sich zugleich nachwachsende Rohstoffe wie von selbst reproduzieren, die zudem weltweit immer knapper werden: das erscheint höchst verlockend.
Nordkirchen ist bekannt für sein großes, prachtvolles Barockschloß. Das Städtchen wird aufgrund dieses Schlosses auch „westfälisches Versailles“ genannt. Dass es hier aber auch ein feines, kleines Königreich gibt – das war mir bis dato unbekannt. Auf dem Weg zu einem Besuch bei Ludger Kappenberg fand ich es, unübersehbar: ein ganzes Areal mit Geschäften, darin ein Supermarkt mit ausreichend Parkplätzen sowie gutbesuchte Restaurants – und alles in unmittelbarer Nähe des Nordkirchener Ortskerns. In Deutschland eine Seltenheit!
Was für eine bürgerfreundliche Infrastruktur! So denke ich mir, denn gleich nebenan befinden sich eine Apotheke, ein weiterer Markendiscounter, ein Reitstall und natürlich viele weitere Parkplätze. Etwas entfernt blickt die Keimzelle dieses kleinen Stadtteils – wahrlich ein kleines Königreich – herüber: Ein typisch westfälischer Bauernhof, umgeben von einer kleinen Restparzelle Grünland. Die Ländereien sind zu einem Einkaufszentrum ausgebaut, die historische Hofstelle war aufgrund ihrer unmittelbaren Nähe zum gewachsenen Ortskern ideal für eine Bebauung. Diese Lösung verleiht dem gesamten Städtchen Attraktivität. Ludger Kappenberg, den ich wegen der Geschichte seiner Eigenjagd besuchen will, hat dies alles aufgebaut. Dirk Meier Westhoff hatte mir im Vorfeld dazu gesagt: „So eine Erfolgsgeschichte ist für uns von Agrarboden natürlich besonders schön zu sehen, denn viele, die Gelegenheit bekommen, aus den Forst oder Agrarflächen ihres Hofes Bauland zu machen, wünschen sich anschließend dann doch wieder einen Betrieb.“

Die alte Hofstelle der Familie Kappenberg in Nordkirchen
Doch wo würde ich Ludger Kappenberg finden, den Herrscher dieses kleinen Reichs? Das unauffälligste Gebäude mitten im Ensemble hätte ich beinahe übersehen – es ist eine bei genauerem Hinsehen durchaus gediegene Seniorenresidenz. So frage ich in der freundlich und großzügig dimensionierten Halle nach „dem Herrn Kappenberg“. Denn voll Respekt wird er, der diesen ganzen Ortsteil nicht nur bebauen ließ, sondern als Architekt sogar maßgeblich mit errichtet hat, so tituliert – im westfälischen Münsterland ist das durchaus einem Adelsprädikat vergleichbar. Von einem vergnügt wirkenden Senior, zugleich auch einem der Residenten des Hauses, werde ich linkerhand den Flur hinabgewiesen. Ein großes, freundliches Büro, eine weitere offene Tür, dann bin ich da. Ludger Kappenberg, ein vitaler Mittfünfziger, westfälischruhig und doch höchst agil, hat Zeit für mich. Eine Mitarbeiterin bietet Kaffee und Kekse an.
Die Kappenberg’sche Familie war schon seit der Zeit des 30jährigen Krieges auf dem benachbarten Gehöft ansässig. Und da die älteren Kirchenbücher auch hier in Nordkirchen den Zeitläuften zum Opfer gefallen sind, ist davon auszugehen, dass der traditionsreiche Hof einen noch wesentlich älteren Ursprung hat. Und wer auf Jahrhunderte zurückblicken kann, entwickelt auch einen Sinn für die Zukunft und für zukunftsträchtige Investitionen. „Durch eigene Aktivitäten im Baubereich haben wir die Fläche bebaut“, bemerkt Ludger Kappenberg, der studierte Architekt, wie nebenbei auf Nachfrage – es sagt sich so einfach. Doch es bedeutet: Kappenberg ist Chefplaner, Bauunternehmer, Bauträger – alles in einem. Die Seniorenresidenz wollte er eigentlich nicht selbst führen, aber auch das konnte auch keiner besser als er. Also leitet er das sehr gediegene Haus bis heute selbst, natürlich zusammen mit seiner Frau.
Das Ergebnis der Kappenberg’schen Bautätigkeit ist beeindruckend, doch damit ging einher, dass zwar der alte Hof noch dastand, aber keine Agrarflächen mehr vorhanden waren. Und wer die Jagd und die Landwirtschaft im Blut hat, der braucht Forst und Feld. So erwarb Ludger Kappenberg einen Hof im nahen Ascheberg. Doch dort kam er, dem sonst alles gelingt, nicht so recht weiter, denn die Baurechte auf dem Hof paßten nicht zu seinen Plänen. Für ein Wohnhaus, das er benötigte, erhielt er keine behördliche Genehmigung. Der von allen ehrerbietig als „der Herr Kappenberg“ titulierte Unternehmer, Architekt, Landwirt und passionierte Jäger suchte Rat.

Blick über die Flächen der Eigenjagd
Er fand Rat. Dirk Meier Westhoff von der Firma Agrarboden benötigte für einen Kunden eine Hofstelle, deren Beschreibung exakt auf seinen neuen Hof paßte, mit dem er nicht recht glücklich war – den er also zu verkaufen bereit war. Kappenberg nahm Kontakt auf, machte einen Ortstermin, das Geschäft lief völlig reibungslos ab. Noch heute wirkt er fast ein wenig verwundert: „Ja, einwandfrei. Die Durchführung war wirklich ganz einwandfrei. Ich kann mich überhaupt nicht beklagen.“ Doch nun war Ludger Kappenberg, bei dem der Beruf des Landwirts eine mindestens 400 Jahre währende Familientradition hat, wieder ohne eigenen Hof. Und das ging nicht! Beiläufig erwähnte er das im Gespräch mit Meier Westhoff, und er sagte auch, dass er sich gut vorstellen könne, im nördlichen Brandenburg einen Hof zu erwerben: „Aber bitte mit viel Forst – hier eine eigene Jagd zu haben, das wäre sehr schön!“
Auf Brandenburg war Kappenberg aufmerksam geworden, weil er dort seine Jägerprüfung gemacht hatte. So suchte er dann auch eher eine Eigenjagd als einem Agrarbetrieb. Bei Dirk Meier Westhoff war er da an der richtigen Adresse. Der Vermittler hatte schon einige Wochen zuvor das Thema „ReInvestition“ angesprochen, und Ludger Kappenberg hatte schon eine gute Erfahrung mit Agrarboden gemacht – so wurde die Firma mit der Suche beauftragt.
Was nun kam, übertraf das erste Geschäft bei weitem. Wenige Wochen später, es war ein Sonntag, rief gegen Abend Dirk Meier Westhoff bei Ludger Kappenberg an und sagte: „Ich habe genau das Richtige für Sie, aber es muß alles sehr schnell gehen!“ Der Verkäufer eines großen Hofes bei Wittstock – natürlich mit einer prachtvollen Jagd – war in Zahlungsschwierigkeiten, eine Zwangsversteigerung drohte, nur wenige Tage würde das Objekt am Markt sein. Kappenberg zögerte keine Minute: „Ich bin dann Montag im Morgengrauen mit einem Kollegen dort hingefahren und habe mir das angesehen, mehr aus jagdlicher als aus landwirtschaftlicher Sicht. Und es war schon gleich klar: Das war der absolut richtige Tipp!“
Es wurde ein äußerst zügig durchgeführtes Geschäft – für beide Seiten. Donnerstag Nacht um eins war der Handel perfekt. Kappenberg erinnert sich: „Wir sind ja hier in Nordkirchen im Immobilienbereich unterwegs, und da geht’s manchmal fix, aber so eine schnelle Abwicklung habe ich noch nicht erlebt. Und das wichtige – es war kein Fehler dabei, das ist es, was die Sache auszeichnet. Es ist alles sauber und korrekt über die Bühne gegangen, trotz der kurzen Zeitspanne.“
In der Tat, für Ludger Kappenberg war der Kauf seiner eigenen Jagd ein ausgezeichneter Schachzug. 2007 hat er 450.000 Euro bezahlt, kaum drei Jahre später hätte er für 750.000 verkaufen können – damit hat das Objekt pro Jahr knapp 20 Prozent an Wert gewonnen. „Und ich habe auch noch meinen Spaß an der Sache, denn da ist ja die Jagd, und das ist eine große Freude. Rotwild haben wir als Wechselwild, im wesentlichen sind aber Schwarzkittel im Revier heimisch. Etliche Schweine habe ich geschossen, ich hab’ mit dem Zählen aufgehört.“ In einer Nacht betrug kürzlich die Strecke sechs Füchse, denn auf die hatte man angesessen, dazu kamen quasi als Zugabe noch vier Stück Damwild. „Wir sind immer am Wochenende da, und noch nie sind wir ohne Strecke zurückgekommen“, strahlt Ludger Kappenberg, und er hat seit einigen Wochen noch einen weiteren Grund zur Freude: „Ich habe dort das Wohnhaus genehmigt bekommen, das im Münsterland nicht möglich war, so dass das Paket jetzt richtig rund ist.“
Doch das ist noch nicht alles. Zur Freude über Jagd und Wertzuwachs kommt nun auch noch eine wachsende Rendite. „Ich fahre ja eigentlich vor allem immer wieder gerne zum Jagen dahin, aber jetzt haben wir auch Pacht für die landwirtschaftlichen Flächen bekommen, die ja neben der Jagd auch dazugehören.“ Knapp 20.000 Euro pro Jahr – das kann sich sehen lassen. Ludger Kappenberg macht dementsprechend Pläne: „Ich suche jetzt noch Flächen zur Arrondierung.“ Wen er da um Rat gefragt hat? Kappenberg lacht herzlich: „Ja, den Herrn Meier Westhoff! Der ist ja mit so vielen anderen Landwirten im Gespräch, und vielleicht fällt dabei für uns auch noch die eine oder andere Fläche im nördlichen Brandenburg ab.“ Denn selbst kann er keinesfalls die nötige Recherche übernehmen. Er hat in Westfalen zwei Betriebe zu leiten – das Altenheim und seinen Architekturbetrieb. So stellt er fest: „Wir bauen und vermieten an Aldi und Andere und deswegen sind wir immer dankbar für die Tipps, die wir von Herrn Meier Westhoff erhalten.“ An Agrarboden wird er auch weiter festhalten, weil ihm, wie er sagt, die ganzheitliche Betreuung wichtig ist: „Von Herrn Meier Westhoff habe ich auch die Hinweise auf die Flächenprämien, um ein Beispiel zu nennen.“ Ihm gefällt die fachliche Kompetenz: „Er kommt ja aus der Landwirtschaft, und da sind schon Voraussetzungen gegeben, die andere Makler nicht haben. Wenn man selber Landwirt ist, dann spürt man solche Dinge auch.“
Als Fachmakler und Berater hatte sich Dirk Meier Westhoff schon verdient gemacht, doch dann hatte er noch eine weitere Idee: Er regte Kappenberg an, auf dem Hof bei Wittstock doch eine Putenmast einzurichten. Zunächst hatte der zwar an eine Hähnchenmast gedacht, aber der Makler wußte auch hier Bescheid: die Konkurrenz im Umland beschäftige sich momentan mit Aufbau mehrerer Betriebe zur Mast von Hähnchen, bei der Putenmast, so der Tipp des Maklers, seien noch Marktkapazitäten zu erwarten. „Woher er das nun wieder wußte“, schüttelt der umtriebige Kappenberg den Kopf, „aber sei’s drum. Nun lohnt sich mein Investment in Brandenburg noch mehr.“ Er sinniert: „Ja, der Herr Meier Westhoff und ich – wir hätten uns mal zehn Jahre eher kennenlernen sollen, damals waren in den brandenburgischen Forsten noch ganz andere Sachen möglich.“ Doch dann lacht er: „Aber so ist es ja auch schon ein ganz nettes Geschäft.“
Der Kaffee ist getrunken, herzlich ist die Verabschiedung von Herrn Kappenberg. Der freundliche Rezeptionist des Seniorenheims geleitet mich nach draußen in den westfälischen Abend, wo in einiger Entfernung der uralte Kappenberg’sche Hof aus der Dämmerung herüberblickt. Ich gehe zum Abschluß des Tages in das nette italienische Restaurant, das Ludger Kappenberg jüngst erbauen ließ. Auch dessen Erbauer wird hier wahrscheinlich demnächst wieder essen: wenn ihm der Vermittler seines Vertrauens neue Flächen zur Ergänzung seines neuen kleinen Königreichs in Brandenburg vorstellen wird. Denn ein solches Königreich mitten im alten preußischen Kernland hat Ludger Kappenberg längst zu bauen begonnen.


